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Rückprojektionsbildschirm Abfilmen
21.02.2009, 14:41
Beitrag: #1
Rückprojektionsbildschirm Abfilmen
Hallo Schmalfilmfreunde,

als Foren Newbie möchte ich mich kurz vorstellen:
Mein Name ist Ralf, ich bin 1961 geboren und habe einige hundert Meter
Super 8 Familienfilme aus den Jahren 1966 bis 1990 im Schrank liegen.
Bei den Schwiegereltern liegen auch noch ein dutzend Rollen.
Nur einen funktionierenden Projektor hatten wir nicht mehr.
Wie ich wieder in den Genuss des Heimkinos kam, habe ich im Gästebuch geschrieben.
Mittlerweile haben wir uns zwei nasskalte Wochenenden
mit dem Anschauen historischer Filmaufnahmen vertrieben.
Auch wenn die Projektion Ihren besonderen Reiz hat, so gibt es doch
handfeste Gründe für eine Digitalisierung der alten Streifen.

Als erstes wäre hier die Datenrettung zu nennen.
Während Kodachrome 40 Filme die letzten vier Jahrzehnte
mit einem leichten rotstich gut überstanden haben,
sind andere Filme dunkelbraun geworden, einer ist mit Flecken übersät,
bei einem Tonfilm pellt die Magnetspur ab.

Als Zweites könnten einige Filme einen neuen Schnitt am PC vertragen.
Von einem Kilo Byte trennt man sich irgendwie leichter als von einem Meter Film.

Geplant hatte ich einfach den Rückprojektionsbildschirm des Bauer TR 100 abzufilmen.
Die Bildschärfe geht in Ordnung, mehr Filmkorn möchte ich gar nicht sehen.
Geisterbilder hat er nicht. Der Hotspot ist minimal.
Eventuell kommt da noch Opalglas oder eine Kondensorlinse vor die Birne.
Gibt es da Erfahrungswerte bezüglich Hitzestau oder Dioptrinzahl?

Die 18 B/s Flimmerei bekomme ich mit dem Camcorder nicht in den Griff.
Ausgerechnet die vielgepriesene Verschlußzeit 1/50 s lässt sich nicht vorwählen.
Also wird der Projektor auf 16,66 B/s umgerüsted.

Der verbaute Wechselstrommotor mit Anlaufkondensator lässt sich
nur aufwendigst Drehzahlregeln.

Also muss ich wohl einen Projektor mit Gleichspannungsmotor schlachten.
Die Bauer-modelle T82 multi format, T171 + 172 Sound, T240 und T280
hätten auch die passende Riemenscheibe, da sie den gleichen Flachriemen
verwenden.
Welcher dieser Projektoren hat denn ein baugleiches Filmandruckstück ?
Dann könnte ich eines zum scannen aufbohren.
Hat der Gleichspannungsmotor vor dem Gleichrichter eine andere Versorgungsspannung?

Würde mich über Antworten und Meinungen freuen.

Grüße Ralf
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26.02.2009, 14:38
Beitrag: #2
RE: Rückprojektionsbildschirm Abfilmen
Hallo Ralf!

Meine Meinung? Viel Schlachterei für ein paar hundert Meter Film.
Selbst wenn du das alles erfolgreich zusammenbaust, hat du letztlich immer noch Dateien, die etwas zu langsam laufen und voll von Interlacing Artefakten sind, denn nur eine Einzelbild-Digitalisierung kann diese wirklich vermeiden. (Die 16,66 Bilder pro Sekunde müssen ja irgendwie auf 25fps gebracht werden.) Und Flimmern gibt es auch nicht. Wink

Es ist jetzt übrigens auch möglich, die Filme als Full-HD MJPEG Dateien zu bekommen, aus denen sich sowohl Blu-ray also auch normale DVDs exportieren lassen. Dann kannst du - statt Motoren und irgendwelche Scheiben zu installieren, mit Adobe Premiere Elements eure Filme kreativ bearbeiten und deinen Verwandten etwas nettes schenken.

Kannst mir ja mal eine PM schicken.
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02.03.2009, 12:18
Beitrag: #3
RE: Rückprojektionsbildschirm Abfilmen
Hallo,

habe meinen Bauer TR200 neulich testweise auch einmal abgefilmt: Projektor stand auf 24 Bilder/s (weil ich auch mit 24 B/s gefilmt hatte), "Videokamera" war eine Digiknipse mit 640*480Pixeln bei 30 Bildern/s. An der Digiknipse kann ich nichts einstellen, Ergebnisse sind trotzdem relativ "farbecht" und scharf. Nur "flackern" tut es wie Sau! (Sorry!) Aber das macht gar nichts, da es ja das kostenlose "VirtualDub" mit dem kostenlosen Plugin "MSU Deflicker" gibt. Dauert zwar etwas (die Digiknipse erzeugt nur Quicktime-Dateien, die ich für VirtualDub nach AVI konvertieren muß + "MSU Deflicker" läuft auf meinem langsamen PC nur wenig schneller als Echtzeit), aber das Ergebnis ist mehr als okay. Natürlich läßt es sich nicht mit einer professionellen Abtastung vergleichen, aber wie heißt es doch so schön: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Ähnliche Plugins gibt's auch für Adobe Premiere und andere Schnittprogramme, kosten dort aber meistens etwas.

Ansonsten muß ich "prenzelberger" Recht geben: Ein Umbau ist viel zu kompliziert - bei nur wenigen Filmen ist es da besser (und u.U. sogar günstiger), diese professionell abtasten zu lassen (zumal die meisten Firmen die Filme vorher auch noch professionell reinigen und auch an den Geräten die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten haben, den Rotstich zu korrigieren).


Gruß,
Jörg
P.S.: Mein "Bauer"-Projektor ist übrigens "Made in Italy", wurde also von Silma gebaut (Silma war zum Zeitpunkt des Baus keine eigenständige Firma, sondern gehörte zu Bauer). Keine Ahnung, ob das auch für Deinen Bauer gilt. Falls ja, könnte es sein, daß Du Dir eher Silma-Projektoren zum Ausschlachten suchen müßtest (oder andere Bauer-Projektoren, die von Silma gebaut wurden).
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07.03.2009, 19:34
Beitrag: #4
RE: Rückprojektionsbildschirm Abfilmen
(26.02.2009 14:38)prenzelberger schrieb:  Hallo Ralf!

Meine Meinung? Viel Schlachterei für ein paar hundert Meter Film.
Selbst wenn du das alles erfolgreich zusammenbaust, hat du letztlich immer noch Dateien, die etwas zu langsam laufen und voll von Interlacing Artefakten sind, denn nur eine Einzelbild-Digitalisierung kann diese wirklich vermeiden. (Die 16,66 Bilder pro Sekunde müssen ja irgendwie auf 25fps gebracht werden.) Und Flimmern gibt es auch nicht. Wink

Es ist jetzt übrigens auch möglich, die Filme als Full-HD MJPEG Dateien zu bekommen, aus denen sich sowohl Blu-ray also auch normale DVDs exportieren lassen. Dann kannst du - statt Motoren und irgendwelche Scheiben zu installieren, mit Adobe Premiere Elements eure Filme kreativ bearbeiten und deinen Verwandten etwas nettes schenken.

Kannst mir ja mal eine PM schicken.

Hallo Prenzelberger,

vielen Dank erstmal für Deine Antwort.
Die Antwort hat ein bisschen länger gedauert, da ich zur Zeit jeden Abend Programm habe.
Dein Verfahren mit Einzelbild-Digitalisierung; Full-HD MJPEG hört sich nach Fersehsendefähiger Qualität an.
Wenn man denn die (M)JPG's entsprechend nachbearbeitet.
Projektor auf 25 B/s synchronisiert, Zweiflügelblende, Abtastung von der Filmebene?
Materialkosten ca. 400 € + Projektor und Montage würde ich mal schätzen. - Stell doch dein System mal vor.

Der Aufwand lohnt in der Tat nicht für ein paar hundert Meter Film.
Zur Zeit habe ich aber weder Hard- noch Software um Full-HD schneiden oder wiedergeben zu können.
Wegen drei oder vier Filmrollen hätte ich auch nicht versucht diese verwaiste Filmtransfer-rubrik loszutreten.

Ich suche einfach nach einer low cost Amateurfilmlösung um über tausend Meter Super 8 Film
zur Archivierung und zum Schnitt auf der Festplatte haben.
Da Rechnen sich max. 50 € für einen Organspende-Projektor und 50 € für eine Drehzahlreglung schon.

Die etwas zu langsame Abspielgeschwindigkeit von 16 2/3 B/s stört nicht weiter, da die
Super 8 Kamera offensichtlich mit kalten oder verbrauchten Batterien keine 18 Bilder mehr geschafft hat.

Interlacing Artefakte sind im jedem 3. Stand-bild zu sehen,
wo der Camcorder Halbbilder aus zwei benachbarten Filmbildern zusammensetzt.
Im laufenden Film fallen mir diese nur 0.02 Sekunden langen Störungen nicht auf.
Wenn denn die Helligkeitsflackerei weg ist, erhalte Digitalvideos vom Super 8 Film die ,
von der Bildschärfe her, mit den darauf folgenden 15 Jahren Amateurmagnetvideos
locker mithalten können.

Die Super 8 Filme sollen als DV.Avi Typ 1 ; 4/3 auf meiner Festplatte landen
und dort mit MSP 6 geschnitten und aufpoliert werden.
Die fertigen Filme werden zusätzlich auf einer (besser zwei) externen Festplatte
verlustfrei als DV.Avi gesichert und zum konsumieren mit Nero auf Dvd gebrannt.

Auf die zusätzliche Sicherung auf Digital- Hi 8 Bänder von Sony,
Haltbarkeit aus eigener Erfahrung Minimum 15 Jahre, werde ich wohl verzichten müssen,
da die Laufwerke ( Camcorder) nicht mehr hergestellt werden.
Festplatten, CD Und DVD waren bei mir schon nach einem Bruchteil der Zeit nicht mehr lesbar!

Auf die Art und Weise bearbeite ich seit 8 Jahren alle Filme am Pc.
Video 8, Hi 8 und Digital 8 spielt der Sony-D8-Camcorder direkt vom Band
per Firewire digital auf den Pc.
VHS-Video wird per Analog-in durch den Camcorder durchgeschleift und
landet ebenfalls digital auf dem Rechner.

PS:
MJPG hatte ich übrigens mal vor 10 jahren auf meiner Fast Moviemaschiene II.
Die Bilder auf dem Rechner waren scharf und gut zu bearbeiten,
nur leider funzte die Digitalisierung von VHS und HI 8 nur mäßig.

Grüße Ralf
(02.03.2009 12:18)jpolzfuss schrieb:  Hallo,

habe meinen Bauer TR200 neulich testweise auch einmal abgefilmt: Projektor stand auf 24 Bilder/s (weil ich auch mit 24 B/s gefilmt hatte), "Videokamera" war eine Digiknipse mit 640*480Pixeln bei 30 Bildern/s. An der Digiknipse kann ich nichts einstellen, Ergebnisse sind trotzdem relativ "farbecht" und scharf. Nur "flackern" tut es wie Sau! (Sorry!) Aber das macht gar nichts, da es ja das kostenlose "VirtualDub" mit dem kostenlosen Plugin "MSU Deflicker" gibt. Dauert zwar etwas (die Digiknipse erzeugt nur Quicktime-Dateien, die ich für VirtualDub nach AVI konvertieren muß + "MSU Deflicker" läuft auf meinem langsamen PC nur wenig schneller als Echtzeit), aber das Ergebnis ist mehr als okay. Natürlich läßt es sich nicht mit einer professionellen Abtastung vergleichen, aber wie heißt es doch so schön: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Ähnliche Plugins gibt's auch für Adobe Premiere und andere Schnittprogramme, kosten dort aber meistens etwas.

Ansonsten muß ich "prenzelberger" Recht geben: Ein Umbau ist viel zu kompliziert - bei nur wenigen Filmen ist es da besser (und u.U. sogar günstiger), diese professionell abtasten zu lassen (zumal die meisten Firmen die Filme vorher auch noch professionell reinigen und auch an den Geräten die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten haben, den Rotstich zu korrigieren).


Gruß,
Jörg
P.S.: Mein "Bauer"-Projektor ist übrigens "Made in Italy", wurde also von Silma gebaut (Silma war zum Zeitpunkt des Baus keine eigenständige Firma, sondern gehörte zu Bauer). Keine Ahnung, ob das auch für Deinen Bauer gilt. Falls ja, könnte es sein, daß Du Dir eher Silma-Projektoren zum Ausschlachten suchen müßtest (oder andere Bauer-Projektoren, die von Silma gebaut wurden).

Hallo jpolzfuss,

schön, das du mit der Bildqalität zufrieden bist. Das giebt mir Hoffnung und die stirbt bekanntlich zuletzt.
24 B/sek film mit einer 30 B / sek Kamera abzufilmen ist schon hammerhart.
Um solche Filme flimmerfrei abzufilmen bräuchtes du entweder einen Projektor der
30 B/sek oder 15 B/sek bringt,
oder einen mit 25 B/sek, einer Zweiflügelblende und einen normalen Pal Camcorder.

Deflicker-software ist auch eine Möglichkeit, würde mich bei meinen vielen Metern aber Tage Rechenzeit kosten.

Nachforschungen zum Thema Bauer - Silma ergaben:
Auf meinen Bauer TR 100 Typenschild steht Robert Bosch GmbH ... Made in Italy
1969 wird SILMA in Turin wird von Bosch-Gruppe übernommen.
Die Silma Projektoren sehen den Bauer Maschinen zum Verwechseln ähnlich und
haben fast alle Gleichstrommotoren!! :-)
Der Bauer TR-Clone hieß Silma HS 4000.
Die Geräte kamen 1978 - 79 zum Ende der Super8 Ära auf den Markt.

Danke für den Hinweis, er bringt mich schon etwas weiter.

Grüße Ralf
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